Herausforderung in der Pflege - Pflegebedarf nimmt in den nächsten Jahren zu


Die steigende Anzahl von hochbetagten und oft auch pflegebedürftigen Menschen stellt eine große Herausforderung auch für den Krankenpflegeverein Bregenz dar. So wird sich in den kommenden Jahren der Pflegebedarf noch vergrößern, wenn die geburtenstarken Jahrgänge verstärkt auf Pflege angewiesen sind.

Dieser Trend wird sich besonders ab 2040 nochmals verstärken, wenn die Babyboomer-Generation der 1960er Jahre nachrückt.

 

Häusliche Pflege: Pflegende Angehörige durch mobile Dienste entlasten

 

Fragt man die Bewohnerinnen und Bewohner unserer Stadt, wie sie denn im Alter gepflegt werden wollen, fällt die Antwort meist recht eindeutig aus. „Zuhause, und zwar so lange, wie möglich!“ Die Erfüllung dieses Wunsches kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die häusliche Pflege künftig mehr professionelle Unterstützung braucht. Je nach Definition dauert die Phase der Pflegebedürftigkeit einer Person im Schnitt etwa sieben Jahre. Es sind vorwiegend Angehörige, die zu sehr geringen volkswirtschaftlichen Kosten Pflegeaufgaben übernehmen. Die Zunahme komplexer Krankheitsbilder (z. B. Demenz) sowie veränderte familiäre Strukturen und eine höhere Frauenerwerbsquote stellen die häusliche Pflege vor zusätzliche Herausforderungen.

 

Hier kommen die mobilen Hilfsdienste ins Spiel. Ihre Aufgabe ist es, den Verbleib in den eigenen vier Wänden trotz Betreuungs- und Pflegebedarfs möglich zu machen,

auch wenn Angehörige nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung stehen oder pflegende Angehörige Unterstützung, fachlichen Beistand oder Entlastung brauchen. Die Herzstücke sind einmal die Helferinnen und Helfer des Mobilen Hilfsdienstes, die bei Verrichtungen im Haushalt, wie Einkaufen oder Besorgungen, oder bei der Körperpflege helfend unterstützen, zum anderen die Schwestern und Pfleger in der Hauskrankenpflege. Letztere umfasst professionelle pflegerische Tätigkeiten, wie Verbandswechsel, Medikamentengabe, Kontrolle der Vitalwerte etc.

 

Unser Anspruch ist es, in Bregenz eine hoch­wer­tige häusliche Betreuung und Pflege zu ermög­li­chen.

 

Werner Büchel, MAS

Geschäftsleiter

Jahresbericht 2019


 

Der Krankenpflegeverein Bregenz kann auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken.

Gemäß unseren Statuten „Das Leben und die Gesundheit von Betreuung, hilfs- und pflegebedürftigen Menschen zu schützen, sowie das Leid von kranken Menschen zu lindern und der Würde des Menschen Achtung zu verschaffen“, wurden im Jahr 2019 von unserem Pflegepersonal 618 Klientinnen und Klienten betreut.

 

Der größte Anteil wurde für die ganzheitliche Körperpflege und rehabilitative Pflege aufgewendet. Dies zu Hause bzw. im gewohnten Umfeld der Personen. Einen weiteren hohen Anteil der Betreuungstätigkeiten wurden in die Teilpflegen, Prophylaxen sowie die Abklärungen und Beratungen investiert. Über 29.000 Kundenkontakte schaffte somit das engagierte 20-köpfige Pflegeteam unter der Leitung von DGKS Ikbal-Eraslan im Jahr 2019.

 

1460 Leistungsstunden wurden von Jasmine Lutz, DGKP in der „Ambulanten gerontopsychiatrische Pflege“ geleistet. Denn nicht nur die körperliche Pflegebedürftigkeit, sondern auch krankheitsbedingte Wesensveränderungen und Verhaltensänderungen bringen ein Familiensystem oft an die Grenzen. Die Ursachen dafür können sehr unterschiedlich sein, z. B. Depression, beginnende dementielle Entwicklung und viele andere mehr. Auch wird viel Zeit in den Aufbau einer Vertrauensbeziehung investiert. Denn Vertrauen ist Grundlage, um die angestrebten positiven Veränderungen erreichen zu können.

 

Unter dem Dach des Krankenpflegevereins ist auch der Mobile Hilfsdienst der der wertvollen, ergänzenden Dienste anbietet.

Er ermöglicht es, hilfs- und betreuungsbedüftigen Menschen ohne Rücksicht auf ihr Alter durch Inanspruchnahme einer fachlichen, situationsgerechten und individuellen Hilfe eine Selbständige Lebensführung aufrecht zu erhalten oder wieder zu erlange, um dadurch so lange wie möglich im eigenen Haushalt- uns somit in der gewohnten Umgebung bleiben zu können.

 

Der Mobile Hilfsdienst erbrachte mit seinen 134 Helferinnen und Helfer im Jahr 2019 38.970 Betreuungsstunden bei 358 betreuten Personen.

 

 „Im Mittelpunkt unserer täglichen Arbeit steht die bestmögliche und maßgeschneiderte Versorgung für betreuungs- und pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige”, so Werner Büchel, Geschäftsleiter.

„Durch unser engmaschiges Netz an Betreuungsangeboten stellen wir sicher, dass Menschen, die Betreuung und Pflege benötigen, durch professionelle Unterstützung eine für sie optimale Lösung erhalten und dadurch möglichst lange in ihrer gewohnten Umgebung bleiben können.”

Der Krankenpflegeverein Bregenz konnte das Jahr 2019 auch finanziell positiv abschließen.

54,24% der Aufwände konnten über Subventionen von Land Vorarlberg, der Landeshauptstadt Bregenz und über die Sozialversicherung finanziert werden.

34,73% trägt der Pflege- und Betreuungsbeitrag bei.

7,71% steuerten die Mitglieder des Krankenpflegevereins über Mitgliedsbeiträge und Spenden bei. Dieses System der Finanzierung ermöglicht es, mit einem kleinen Mitgliedsbeitrag in Höhe von derzeit € 34,00 pro Jahr, im Falle des Falles die vielfältigen Leistungen des Krankenpflegevereins Bregenz in Anspruch nehmen zu

können.


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Protokoll Generalversammlung
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